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Geführte Meditationen

Genussvoller Kontrollverlust. Warum geführte Meditationen so gut tun.

Braucht man eine Anleitung fürs Nichtstun?

Manche Menschen fragen sich sicher, warum man zum Meditieren überhaupt Anleitung braucht. Beim Meditieren macht man doch nichts. Und das kann man doch nun wirklich allein. Oder? Und ist es nicht sowieso das Ziel, mit den eigenen (!) Gedanken allein zu sein und sich selbst zu finden?

Wozu braucht man da ein/e LehrerIn oder eine App? Ist das nicht nur was für Anfänger? Ganz und gar nicht. Sich anleiten zu lassen kann äußerst inspirierend sein und soooo gut tun! 

Denn die Anleitung durch jemand anders hilft uns, einmal wirklich alles loszulassen. Die Zügel aus der Hand zu geben. Die Kontrolle jemand anderem zu übergeben, ins blinde Vertrauen zu gehen und sich einzulassen. Ohne an gestern, an vorhin, an morgen oder nachher zu denken.

Das schafft man natürlich auch allein, doch noch einfacher – und manchmal auch viel schöner geht es – wie so oft – with a little help from a friend 🙂 Aber warum genau? Was genau sind die Benefits?

Unten auf meiner Landingpage findest du eine Übersicht mit den eingängigsten Argumenten. Doch es gibt noch viel mehr dazu zu sagen.

Meditation mit Anleitung

Anleitung für Anfänger und für alte Hasen

Gerade für AnfängerInnen ist es wichtig, dass jemand mit Erfahrung sie in die neuartige und für sie noch unbekannte Welt der Meditation einführt und ihnen auf dem Weg mit klaren Instruktionen zur Seite steht. Das beginnt bei der Einführung: Wie sitze ich „richtig”? Was mache ich wenn die Gedanken kommen? Wie gehe ich mit Geräuschen oder Unterbrechungen um? 

Doch auch für Menschen die regelmäßig meditieren, kann es sehr schön und hilfreich sein, angeleitet zu werden. Hier sind die Gründe sicherlich anders geartet und da kommt es wahrscheinlich eher auf persönliche Präferenzen an.

Der genussvolle Kontrollverlust

Mir ist das erst neulich noch mal so richtig bewusst geworden, als ich jemandem, der gerade sehr großem Stress ausgesetzt war, eine kurze Einzel-Session geben durfte. Dieser Mensch muss ständig sehr schnell viele wichtige Entscheidungen treffen, die Konsequenzen für viele andere Menschen haben. Dabei hat er oft das Gefühl, dass alles mehr oder weniger von ihm abhängt.

Allein dieser Glaubenssatz ist natürlich schon ein Thema für sich. Die Meditation wird ihn nicht gleich auflösen, demjenigen, der ihn in sich trägt, jedoch eine kurze Pause vergönnen. Sein Nervensystem wird beruhigt und er in einen Zustand versetzt, in dem der ganze Alltagswahnsinn nicht mehr so schwer wiegt. An diesen Zustand kann er sich später erinnern und so schon etwas leichter wieder dorthin zurückkehren.

In der kurzen angeleiteten Session durfte er alles loslassen und ich habe sofort gemerkt, wie allein dadurch schon eine riesige Anspannung von ihm abgeflossen ist. Das war physisch spürbar, sein Körper ist ganz weich geworden und es kamen tiefe Seufzer aus seiner Kehle. Für ein paar Momente musste er das Schiff nicht mehr steuern, sondern konnte sich voll und ganz in meine Hände geben, diesen Zustand genießen und mir die Kontrolle überlassen. 

Loslassen

Durch Loslassen im Moment ankommen

Wir alle atmen ganz automatisch und brauchen eigentlich niemanden, der uns sagt, wann und wie wir ein- und ausatmen sollen. Doch wenn wir uns einer geführten Meditation hingeben, passiert genau das. Dann ist da jemand, der uns mit sanfter Stimme dazu auffordert bzw. „einlädt”, jetzt die ganze Aufmerksamkeit an die Nasenspitze zu bringen und dort den Atem zu beobachten. Und das tun wir. 

Wenn uns die Stimme dann dazu einlädt, den Atem ganz tief in den Bauch fließen zu lassen, dann tun wir das auch. Und es fühlt sich so gut an. Wir können uns ganz auf diese eine Stelle, diese eine simple und minimale Aktivität einlassen ohne auch nur eine Sekunde oder Minute nach vorn oder nach hinten denken zu müssen. Vergangenheit ist Vergangenheit, Zukunft ist Zukunft. Wir aber kommen endlich im Moment an, im Hier und Jetzt. Und weil wir wissen, dass es für eine begrenzte Zeit ist, geraten wir durch diesen vermeintlichen „Kontrollverlust” auch nicht in Panik, sondern können ihn genießen. 

Ganz anders verhält es sich oft, wenn wir außerhalb der Meditation nicht wissen, was in der nächsten Minute passiert oder uns nicht ausmalen, was unsere nächsten Schritte sind. Viele haben damit große Schwierigkeiten. Und zwar nicht nur die großen Entscheider, sondern wirklich die meisten von uns. 

Im Moment ankommen

Die geführte Meditation als Mini-Urlaub

Eine geführte Meditation kann sich deshalb anfühlen wie ein Mini-Urlaub in eine innere Oase, die wir eigentlich immer in uns tragen, an die wir aber nicht immer so ohne Weiteres rankommen. Dazu braucht es manchmal eine Art Reiseleitung. 

Die Person, die uns durch die Medeitation führt, ist sozusagen unsere freundliche und sehr kompetente Reiseleitung, die uns alles abnimmt, sich um uns kümmert und dennoch im Hintergrund bleibt, während wir uns um nichts kümmern müssen. Wir müssen keine Route vorausplanen, kein Hotel buchen, keinen Eintritt bezahlen, nichts. 

Ich sehe daher meine Rolle als Meditationscoach wirklich darin, den Raum zu halten – holding space, wie es auf Englisch so schön heisst und wozu ich gerade ein tolles Buch lese, das ich nur empfehlen kann (The Art of Holding Space: A Practice of Love, Liberation, and Leadership” von Heather Plett).

Die Aufgaben der anleitenden Person

Ich schaffe also diesen sicheren Raum, in dem sich die TeilnehmerInnen komplett fallen lassen können. Durch meine eigene Erfahrung kann ich antizipieren, wie es ihnen in manchen Momenten geht: Ich kenne die Unruhe, gerade am Anfang. Ich kenne die rasenden Gedanken, weiss darum, wie schwierig es manchmal ist, den richtigen Sitz zu finden. Ich kenne die Fragen, die man sich stellt: Mache ich es richtig? Ist es okay, wenn dies, wenn das?

Diese Fragen kann ich schon in meiner Anleitung adressieren. Und wenn sie nach den Sessions direkt an mich gestellt werden, kann ich auch hier wertfrei Hilfestellung leisten. Wobei ich mir niemals anmaßen würde, zu behaupten, die Antwort auf die Fragen zu kennen. Manchmal hilft es aber schon, die Fragen überhaupt auszusprechen und mit einer Vertrauensperson zu teilen. Oft liegt die Antwort dann in einem selbst 🙂

Neue Perspektiven, neue Impulse

Ein weiterer Vorteil am Meditieren mit persönlicher Anleitung ist natürlich, dass die anleitende Person immer wieder neue Impulse in Form von variierenden Methoden, Intentionen oder Formulierungen mit ins Spiel bringen kann, was die Perspektive der Meditierenden erweitert. Ich selbst finde es immer wieder äußerst inspirierend, an von anderen erfahrerenen Lehrern geleiteten Sessions teilzunehmen, weil es mich bereichert, mitzubekommen, welche Impulse die anderen mitbringen. Dadurch lerne ich super viel dazu und meine „Schüler” profitieren davon ebenso.

Neue Perspektiven

Und so kann ich mein Angebot jederzeit den Bedürfnissen meiner TeilnehmerInnen anpassen und gezielt Themen wie z.B. Stress, chronische Erschöpfung, diffuse Angst usw. adressieren, wenn dies gewünscht oder im Gespräch geäußert wird.

The human factor – die persönliche Bindung

So entsteht mit der Zeit – manchmal auch ganz schnell – ein richtiges Vertrauensverhältnis. Das kann ebenfalls super hilfreich sein, um die regelmäßige Meditationspraxis zu etablieren oder zu vertiefen. Durch die persönliche Bindung werden die TeilnehmerInnen stärker angeregt, wirklich dran zu bleiben, was maßgeblich zur Entfaltung der gesundheitsfördernden Wirkung der Meditation beiträgt.

Ich kenne das privat vom Yoga: wenn ich eine Live-Klasse mitmache, deren Lehrer/in ich kenne, gebe ich auf jeden Fall mindestens mein Bestes. Wenn ich nur mit der Aufzeichnung übe, kann es passieren, dass ich mir nur halb so viel Mühe gebe oder die Stunde nach der Hälfte abbreche, weil ich mir einbilde (mein Geist grätscht dazwischen und redet mir ein), dass ich besseres zu tun habe oder dass es mir langweilig ist oder ich Hunger habe oder oder oder … Wer kennt das nicht?

Und so möchte ich hier auch mit einer Einladung schließen, und zwar der Einladung, es dir wirklich zu gönnen, auch mal die Verantwortung und die Kontrolle anzugeben und dich ganz in die Hände von jemand anderem zu geben und es mit Leib und Seele zu genießen.

Viel Freude dabei und bei allem! Namasté.

Noémie Causse

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